Dolomiten 2016

Bericht von Uli:

Mike und Uli waren am Donnerstag, dem 21. Juli, angereist und Miee mit Isabell waren am Freitag eingetroffen. Das Wetter hier war wie gewohnt traumhaft bis über 30 Grad und teilweise schwülwarm. Am Samstag ging es zur Anmeldung nach Bozen zur Messe. Alles wieder perfekt organisiert! Nachdem der offizielle Teil erledigt war, machten wir noch einen Rundgang durch die Altstadt von Bozen. Immer ein besonderes Erlebnis. Im Hotel zurück wurden die Räder für die Tour am Sonntag präpariert.

Die erste Etappe sind wir alle 4 gefahren. Die Etappen findet ihr unter: www.girodolomiti.com mit den genauen Beschreibungen. Die Etappe hatte es in sich und war einfach sauschwer. Trotzdem hatten wir Spaß und waren stolz sie geschafft zu haben! Jetzt noch ein paar Bilder und dann später mehr. ….

?Die Etappen findest du unter:

www.girodolomiti.com mit den genauen Beschreibungen. ?

Bei mir war es einfach mehr als Urlaub angedacht und so hatte ich mir vorab schon mal die 3 vermeintlich leichteren Etappen ausgesucht und gebucht!

Meine nächste sollte Etappe 3, unsere Hausstrecke sein: Mendel / Gampen! Ein großer Vorteil wenn man das gut kennt und so jede Menge Körner sparen kann! Bei schönen Temperaturen und Sonnenschein mal wieder ein Genuss. Da Mike am Vortag einen richtig harten Einsatz hatte, haben wir uns am Gampen verabredet und sind dann gemeinsam nach Bozen zurück gefahren! Die Abfahrt war wieder toll und wurde mal richtig genussvoll und vor allem langsam gefahren. Auch diesmal hat es auf der halben Strecke nach unten leider einen Unfall gegeben. Allerdings nur von Mitfahrern der Rundfahrt. Erste Hilfe wurde bereits geleistet und so konnten wir nun noch vorsichtiger den Rest in Angriff nehmen.

Ich war ja einigermaßen ausgeruht (hatte ja schon einen Ruhetag!) und so machte ich von Lana nach Bozen den Wind platt.

Bei mir folgten nun 3 Ruhetage. Davon 2 Tage Schwimmen, Liegewiese, Obstpflücken und endlich mal die mitgebrachten Zeitungen in Ruhe lesen. Einfach mal Erholung pur!

Den Mittwoch haben Mike und ich einen Naturpark, (Parko Naturale Adamello Brenta) den Val di Tovel besucht! Auf der anderen Seite des Mendelpasses (mit dem Wagen) hatten wir vor, den Bergsee im Park Lago di Tovel zu besuchen.

Es ging die Weinstraße nach Kaltern bis Mezzocorona und dort rechts ab durch ein wunderschönes Tal bis nach Tuenno. Dort war der Einstieg zum Naturpark. Mit dem Wagen konnten wir allerdings von 10,5 km nur 6 km fahren. Danach musste auf den Bus umgestiegen werden. Dieser fuhr dann bis fast an den See Tovel. Natürlich überraschte uns da noch ein kräftiges Gewitter welches wir dann in einer Schutzhütte (ca. 20 min.) abwarteten um dann fast trocken den See zu umrunden.

Ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis aus Bergwelt und Natur pur. Nach gut 3 Std. sind wir dann in Richtung Hotel aufgebrochen. Es ging am Lago di Santa Giustina über Fondo / Mendel zum Hotel!

Ein toller und sehr entspannter Ausflug an dem wir beide großen Spaß hatten. Ein paar Bilder werden dies Eindrucksvoll belegen.

Die letzte Etappe hatte ich mir ebenfalls ausgesucht. Schneiderwiesen sagte mir erst mal überhaupt nichts. Aber als Abschlussfahrt war es doch eher ruhig angedacht. Die große Überraschung ist den Veranstaltern gelungen! Siehe die Beschreibung von Mike! Ich habe ja schon richtig viele Pässe gefahren, aber so ein Hammer konnte nur mit viel Beißen geschafft werden. Irgendwie habe ich es dann doch geschafft. Dafür war die Abfahrt dann umso schöner.

Wir haben uns die Siegerehrung noch angeschaut und dann den Sonntag für die Heimreise reserviert. Bei mir nur knapp 3 Std. bis Bayern und dann zu Bekannten nach München! Die Rückfahrt dann am Dienstag!

Fazit: Es war mal wieder ein besonderes Erlebnis als Tour und vor allem als Gruppe die hervorragendes geleistet hat. Für mich immer noch nicht die letzte Veranstaltung dort unten…..

Hier nun der Bericht von Mike:

Die Dolomitenrundfahrt feierte in 2016 ihr 40ste Jubiläum. Die Etappen waren entsprechend ausgesucht d.h. klassische Etappen wie Stilfserjoch und Wurzjoch durften nicht fehlen und es sollte auch Neues dabei sein wie die Schneiderwiesen. Also, wie jedes Jahr, anspruchsvoll mit fantastischen Landschaften, tolle Pässe, tolle Abfahrten und wie immer eine super Organisation.
Die letzte Dolomitenrundfahrt lag bei mir 8 Jahre zurück und ich war natürlich sehr gespannt. Reicht die Vorbereitung? Reicht die Kraft? Wie machen sich die 8 Jahren auf die Leistung bemerkbar? Hat die alte irische Haut die perfekte „milchweiß“ Tönung erreicht? Sind die „altersbedingten“ Zusatzpfunde in „ausreichender“ Qualität und Quantität für die Nachbesprechungen vorhanden? Wie viel Erdinger alkoholfreies soll ich mitbringen. Tja – man macht sich viel Gedanken.
Zuerst unsere 4-er Gruppe. Uli, unsere DoloZiege, zum zwanzigsten Mal Plus (eigentlich, weiß er es nicht mehr genau!), die Miee und die Isabell zum ersten Mal und meine Wenigkeit zum vierten Mal. Bis Freitagabend spät waren alle im Hotel eingetroffen und einquartiert.
Es hat sich viel Positives im Hotel Unterrain seit dem letzten Besuch in 2008 getan. Sohn Daniel mit Frau (und Kind) sind dabei den Betrieb zu übernehmen. Das Geschäft vorne in der Pizzeria läuft. Es war jeden Abend gut besucht. Es gibt ein neues Schwimmbad mit Wellness Bereich, ein neuer Aufzug und das Essen ist noch besser als damals.
Traditionell an dem Samstag fahren wir zur Messe in Bozen um die Startunterlagen abzuholen und anschließend machen wir einen Stadt Bummel. Leider hat das Wetter nicht richtig mitgespielt. Der Stadt Bummel mutierte zur Erdinger alkoholfreie Schnitzeljagd, da ich mein DoloKiste in Köln gelassen habe. Das nennt man Gewichtsoptimierung an der falschen Stelle. 10kg weniger am Berg hätte viel mehr gebracht.

Pünktlich zur ersten Etappe kam die Sonne raus. Nach der Etappenanmeldung ging es zügig und etwas nervös Richtung Brenner. Bereits im ersten langen Anstieg zum Zeitfahren habe ich mein erstes Fazit

gezogen „Trainingszustand hin oder her, die Dolos werden von Jahr zu Jahr nicht einfacher“. Manches vergisst man schnell und das ist gut so z.B. die Definition von steil und lang. Spätestens nach 3 Kilometer Zeitfahren wird Bergisches Land und die Eifel zur Flachlandprärie relativiert. Der gewohnten und verfrühten Ausschau nach dem 1 Km Schild. Nichts! Weiter strampeln. Wieder nichts!! Kann doch weit sein!! Vorne, gelbes Schild – 3 Km!! Das kann doch nicht wahr sein!! Rampe. Die war nicht in die Streckenbeschreibung drin!! Das nennt man Spaß bzw. Erholung.
Einzelheiten zu den Etappen werde ich hier nicht erläutern. Man muss die Pässe eigentlich selber erleben. Aber die zweite Etappe war etwas Besonderes. Wurzjoch war angesagt und das hatte ich schon in Erinnerung. Genauer gesagt, 10 Jahre danach, tut‘s immer noch Weh.
Die zweite Etappe startete von Bozen aus und wir sind den 59km langer Anstieg über Kastelruth, Wolkenstein und Grödnerjoch ca. 2,100hm. gefahren. Das Schöne an diesen langen Anstieg ist das die Dolomiten sich langsam und stetig öffnen. Kurz vor dem Gipfel zum Grödnerjoch erblickt man den wunderschönen Sella Block. Weltkultur Erbe. Ein absoluter Höhepunkt. Man muss es einfach erlebt haben. Die 59km Anfahrt alleine sind es Wert.

Danach kam eine lange Abfahrt bevor man am Fuß des letzten Berges stand – Wurzjoch. Neugierig war ich schon. War es wirklich so hart wie damals? Es hat nicht enttäuscht.
Wurzjoch hat 2 Abschnitte von jeweils 6-7km. Dazwischen ist eine kleine Abfahrt von ca. 1.5km.
Der erste Kilometer mit 15%-18% ist ein Vorbote. Man schaut hoch in die Wand und denkt – na ja, Erholung sieht anders aus. Danach wird es etwas flacher und man kommt mühsam voran.
Nach ca. 6 mühsamen Kilometern, eine kurze Verschnaufpause und dann Schwung in die kurze Abfahrt mitnehmen. Mit 70 km/h fährt man runter und bleibt nach ca. 25 metre in die nächste Rampe stehen. Die restlichen 6,875 metre muss man selber treten.
Zuerst, muss eine ca. 2.5 km lange Rampenpassage überwunden werden. Die wird stets steiler. Mitten drin ein kleines Bergdorf und hier ist es so Steil man kommt mit äußerst viel Mühe und restlicher Kraft, Meter für Meter im Schritttempo voran.
Anschließend kommt ein Schild – 3 Kehren. Man denkt, nach den 3 Kehren ist es bald vorbei. Eine gefühlte Ewigkeit später, kommt wieder das Schild – 3 Kehren. Das kann doch nicht wahr sein!! Einmal 6 hätte auch gereicht. Kopfspiele. Ablenkung. Die Kraft schwindet. Weiter fahren. Dann, wieder ein Schild – 3 Km. Das ist ein schlechter Witz. Was haben die hier in Süd-Tirol mit der Zahl 3 zu tun? Weiter strampeln. Dann kommt wieder ein Schild – 3 Kehren. Hier stimmt was nicht…
Wurzjoch es ist nicht der steilste oder der längste Berg. Man erreicht Wurzjoch nach ca. 5 Stunden und 2200 Höhenmeter in die Beine. Danach die Kombination von langen steilen Passagen bis kurz vor dem Gipfel und die Tatsache, dass man den Verlauf nicht richtig einsehen bzw. einschätzen kann, führt dazu, dass man überhaupt kein Rhythmus findet. Man kämpft fast mehr im Kopf als mit den Beinen.
Bei der Abfahrt vom Wurzjoch hat es leider geschüttet. Es gab viel Wasser auf der Straße und ein paar technische Passagen wo man voll konzentriert fahren musste. Um ca. 17:30 Uhr kamen alle nass und müde in Bozen an. 9.5 Stunden getreten, 3300 Höhenmeter überwunden und ca. 185 Kilometer gefahren. Erlebnis pur.

Mit Ausnahme von der Abfahrt von Wurzjoch hatten wir sonst super Wetter dieses Jahr. Es gab viel Sonne und es war überwiegend warm auch in den höheren Pässen.
Am fünften Tag war Stilfserjoch angesagt und wieder schien die Sonne. Super. Wir zu dritt gefahren. Miee zum ersten Mal, Isabell und Mike – alle ohne Schlappen!! (Rainer wir grüßen und bewundern dich).
Traditionell, ist die letzte Etappe überwiegend flach, mit kurzem Zeitfahren und sonnst zum Rollen und zum Genießen. Zur Jubiläumstour haben die Organisatoren einen richtigen Hammer kurz vorm Ziel eingebaut. Die Schneiderwiese zum ersten Mal überhaupt – 11km 10,5% im Schmitt. Nach 20 Minuten und kurzem Blick auf mein Garmin – stand 1.5km auf den Tacho und da dachte ich mir Wurzjoch wäre mir lieber.
Am Ende waren alle oben, geschafft und sehr froh. Die Dolomitenrundfahrt ist immer ein Höhepunkt und dieses Jahr war es nicht anders. Es ist ohne Zweifel anstrengend. Man muss sich gut vorbereiten aber die Leute, die Organisation und die Tolle Landschaft sind es Wert. Eine Erholung vom Alltag ist es schon.
An Uli, Miee und Isabell – es war eine super schöne Woche mit euch und hoffentlich auch nicht das letzte Mal. (Alle Fotos: Uli)

 

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