Akklimatisierung

Für die Teilnehmer aus unserem Verein an diesem Event ist der Ablauf alljährlich sehr ähnlich. Daher hat der Autor schon auf der Herfahrt gegrübelt, ob er den Lesern noch etwas Neues berichten kann im Vergleich zu den Vorjahren. Schaun mer mal.
Unserem Hotel am Stadtrand von Bozen inmitten grüner Weinberge und Apfelplantagen haben wir immer die Treue gehalten – Uli als Dienstältester schon 20 Jahre. Zum Relaxen gab es hinter dem Hotel eine Liegewiese mit einen passablen Swimminmgpool. Wir konnten uns lange Gesichter nicht ganz verkneifen, als wir an dieser Stelle eine Baustelle vorfanden. Es entsteht dort ein kleines Hallenbad, welches dann ganzjährig genutzt werden kann. Eine Liegewiese gibt es auch wieder. Das Vorhaben sollte schon vor der Sommersaison fertig sein, aber es scheiterte wohl am hiesigen Bürokratismus, der unserem in keiner Weise nachsteht.

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Die „Crew“ ist in diesem Jahr noch weiter geschrumpft bis auf drei Männlein – Uli, Hans B. vom Bodensee und Reiner. In die Mannschaftswertung kann man so nicht gelangen, weil dafür mindestens 5 Teilnehmer starten müssen. Selbst dann rangiert man am unteren Ende der Rangliste, weil der Sieger über die insgesamt gefahrenen Kilometer einer Mannschaft ermittelt wird. Und die Mehrzahl der Mannschaften hat nun einmal mehr Mitglieder.

In den Vorjahren hatten einige Mitglieder des „Erkelenzer Radsportclub e.V. 1993“ unsere Mannschaft auf die erforderliche Anzahl aufgestockt. In diesem Jahr handhabten wir es umgekehrt – wir Drei können uns nun revanchieren und fahren also unter der Fahne der Erkelenzer. Nicht ganz korrekt wird manch einer denken, aber es wird von der Giro-Leitung geduldet.
Wie alljährlich statteten wir an den vorgeschalteten „Gammel-Tagen“ dem Startort Bozen einen Besuch ab. Es lässt sich dort wunderbar „lustwandeln“ mit allen Varianten des Gaumenschmauses, denn die Italiener können nun einmal feinen Capucchino, schmackhaftes Eis und wunderbaren Kaffee herstellen.
Leider ließ uns Petrus etwas im Stich – kein Idealwetter um schöne Fotos zu schießen.

 

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Das Fluidum des riesigen Marktplatzes kann man sowieso nicht in einem einzigen Fotos einfangen. Schließlich gibt es aber auch enge und richtig enge Gäßchen in großer Zahl.

 

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Der Markt findet in etwas breiteren Sträßchen ohne Autoverkehr statt.
Solch einen Service hatten wir auch noch nirgends gesehen – eine „Pumpstation“ für Räder aller Art.

 

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Der leichte Sommerregen ließ alsbald nach und hatte dem Touristenstrom in keiner Weise geschadet.

 

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Einschreibung in Bozen

Samstag, 26.07.2014

Wie in jedem Jahr muss der Pflichtteil am Tag vor dem Start erfüllt werden. Ordnung muss sein und das ist in diesem Fall die Registrierung der einzelnen Teilnehmer und der Mannschaften. Zur Beschleunigung der Vorgänge schicken wir unsere Daten dem Orgateam in Bozen vorab zu, und zwar aus Deutschland als Fotokopie unserer Wertungskarten.

 

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 Fleißige Hände sorgen dafür, dass jeder Teilnehmer seine Startutensilien erhält. In einem „Sackerl“ sind zwei Startnummern enthalten – eine zum Anheften an das Trikot und eine zum Anbringen am Rad. Leztere dient hauptsächlich den Fotografen zur Identifikation.

 

Ein Chip zur Montage am Schmellspanner des Vorderrades dient zur Erfassung von Start und Ankunft in Bozen sowie von Beginn und Ende auf den Zeitmessstrecken jeder Etappe. Der für viele Teilnehmer wichtigste Bestandteil sind die Bons für das täglich nach dem Zeitfahren verabreichte Mittagessen, welches auf die Bedürfnisse von Radlern abgestellt ist. Schließlich erhält jeder ein Trikot-Oberteil, dessen Design jedes Jahr wechselt.
Bei dieser Gelegenheit konnten wir schon einige unserer neuen Mannschaftskameraden aus Erkelenz kennenlernen. Gerd, der seinen Astralkörper durchaus sehen lassen kann, machte von der Möglichkeit Gebrauch, ein etwa nicht passendes Trikot umzutauschen.

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Die Messe in Bozen, welche mit ihren großzügigen Platzverhältnissen alljährlich als Heimstatt des Giro fungiert, hat ihre grauen Betonwände des Innenhofes wohl von talentierten Künstlern verschönern lassen.

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Eine liebgewordene Tradition mussten wir schweren Herzens sausen lassen, nämlich anschließend in Bozen noch einem Riesen-Eisbecher den Garaus zu machen. Es war kühl und plästerte gnadenlos. Ersatzweise gönnten wir uns in unserem Nachbardörfchen St. Pauls ein Stück Kuchen und einen Capucchino – auch nicht schlecht und jeder war zufrieden.

 

1. Etappe „Reiterjoch“

Sonntag, 27.07.2014

 

GESTOPPTE STRECKE: STENK – REITERJOCH – km11,1 Höhenunterschied m 1072

Der Aufstieg ist 11,1 km lang und weist einen Höhenunterschied von 1072 m auf .
Die anstrengendste Strecke ist der Abschnitt zwischen Stenk und Obereggen (5,8 km), ), wo man heftige Neigungen (bis 16%) findet. Von Obereggen auf einer engen aber asphaltierten Strasse fährt man mit einer fast andauernden Neigung von 6-8% weiter.

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Vorbemerkung und Streckenprofil stammen aus dem Prospekt bzw. der Website; sie bedeuten allerdings oftmals eine Verharmlosung der realen Umstände. Nun kommt es ja auch darauf an, aus welchem Blickwinkel man das sieht – der Könner wird sagen, dass das zugegebenermaßen schwer ist und der Mitläufer wird diese Etappe womöglich verfluchen. Mir ging es jedenfalls so. Kilometerlang diese extrem steilen Steigungen hinaufzukraxeln war schon zermürbend. Da half teilweise nur das ehrenrührige Absteigen. Wohl war ich da nicht alleine.
Hier ist die „neue“ Mannschaft komplett bis auf den Erkelenzer Mirko, der vor dem Start gerade noch die kleinen Jungs besuchte und Uli, der seinem Herzl zuliebe vernünftigerweise der ersten Etappe aus dem Weg ging.

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So sieht das aus, wenn man den Cracks hinterher fährt; die sind im Wortsinn längst über alle Berge. Ärgerlich ist auch, dass die Kamera die Steilheit der Piste total verharmlost.

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Auf der Zeitmessstrecke Fotos zu schießen ist eigentlich eine Sünde, aber in meinem Fall macht das den Kohl nicht fett. Hier hat es sich wohl gelohnt.
k-IMG_0152Nachdem man das Reiterjoch irgendwie geschafft hat, schafft einen endgültig die im Profil tückisch harmlos erscheinende  „Spitze“ namens „Lavazè“, nochmals 7 km lang und auch hundsgemein steil. Später treffen an der mittäglichen Verpflegungsstelle auch die letzten Nachzügler ein, die dann auf bereits satte und zufriedene Teilnehmer stoßen.

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„Von nun an geht es nur noch bergab!“ Das ist eine sehr grobschlächtige Aussage, denn es folgen jede Menge giftige und teilweise auch lange Hügel. Auf halber Höhe des Abstiegs vom Gebirge in die Ebene hinunter nach Bozen gibt es eine weit ausgebaute Linkskurve, an der viele Fahrer verweilen, um Fotos zu schießen.

 

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 Dort hinunter kann eigentlich jeder mit dem weit auseinandergezogenen Feld mithalten, aber die restlichen 30, oft noch 40 km nach Bozen schlagen die „Profis“ meistens ein rasantes Tempo ein. Wenn man dann nochmal „in die Büsche“ muss, wird man unweigerlich zum „Einzelgänger“.

 

 

2. Etappe „Penserjoch“

Montag, 28.07.2014

 

GESTOPPTE STRECKE:

WEISSENBACH – PENSERJOCH 13,2 km,  Höhenunterschied 870 m
 Der Aufstieg nach Penserjoch ist sicherlich anstrengend, mit Neigungen, die sich zwischen 6 und 9% bewegen, aber es ist zumeist die Ansicht von unten nach oben an den letzten Steigungen, die die Moral der Rennfahrer untergräbt. Nämlich sieht man fast die ganze letzte Steigung, 13,2 km lang mit einem Höhenunterschied von 870 m.

 

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Vom Prospekt und bei vielen Teilnehmern von der Erfahrung her ist man über den Schwierigkeitsgrad dieser Etappe hinreichend gewarnt. Heute waren Uli und Hans „dran“. Ich zog es vor einen Ruhetag einzulegen, weil mich die tierisch schwere gestrige Etappe total ausgelaugt hatte.
Eine Unterlegung mit Fotos kann heute leider nicht stattfinden. Uli und Hans sind keine bekennenden Fotografen und sie hatten auch gar nicht erst das entsprechende „Werkzeug“ dabei.
Beide bestätigten aber übereinstimmend, dass jeder gut daran tat, der diese Etappe nicht auf die leichte Schulter nahm. Nach der Abfahrt vom Joch gab es das obligatorische kohlehydratreiche warme Mittagessen. Im Prinzip wird dann nach Beendigung der Pause wieder vom Führungsfahrzeug die Weiterfahrt eingeleitet. Als Uli und Hans die immer dunkelgrauer werdenden Wolken in Richtung Heimweg sahen, beschlossen sie die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Mit einer Handvoll Gleichgesinnter machten sie sich beizeiten aus dem Staube. Die „Belohnung“ erfolgte tatsächlich später, denn sie wurden nicht annähernd so nass wie der große Pulk.
Es lagen immerhin noch über 75 km vor ihnen; in Kölle sagt man „Dat zieht sich!“. Es ist von der Psyche bei solchen Konstellationen immer Schwerstarbeit zu verrichten, denn nach überstandener Zeitmessung und einem meist gut gefüllten Magen ist das eine besondere Anforderung.
Einerlei – alles in allem war das eine von solchen Etappen, nach denen man tief befriedigt in die Dusche steigt.

 

3. Etappe „Stilfserjoch“

Dienstag, 29.07.2014

 

DAS LEGENDÄRE STILFSERJOCH
GESTOPPTE STRECKE:

PRAD AM STILFSERJOCH – STILFSERJOCH km 24,8 Höhenunterschied m 1850

 

Legendärer Aufstieg, mit seinen 48 Kehren ist das erwünschte Ziel jedes Radrennfahrers.
Er ist unter den anstrengendsten der Alpenkette, nicht so sehr wegen der Steigungen, sondern wegen der ungewöhnlichen Lange, der absoluten Konstanz (es gibt praktisch keinen einzigen Meter Ebene) und weil das anstrengendste Teilstück das letzte ist. Die Strecke misst eine Länge von 24,8 km, bei einem Höhenunterschied von 1850 m und einer durchschnittlichen Neigung von 7,5 % mit Spitzen von 12-13%.
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Irgendwann fiel es uns doch auf – etwa jetzt zur „Halbzeit“. So ein besch… Wetter hatten wir eigentlich noch nicht hier gehabt. Das sollte heute eine besondere Rolle spielen. Denn das Stilfserjoch ist in dieser Hinsicht empfindlich wie eine Operndiva.
Als „Kandidaten“ für das Joch kamen wieder Hans und ich infrage. Also wurden am Vortag alle möglich Prognosequellen angezapft – einschließlich der einheimischen Wirtsleute, denn die kennen sich da oft besser aus als die TV-Meteorolügen. Doch es gab weder eine klare Aussage noch einen gemeinsamen Nenner der Propheten. Also beschlossen wir auf jeden Fall am nächsten Morgen uns im Auto zum Startort in das 80 km entfernte Prad zu begeben.
Das ließ sich dann am nächsten Morgen auch gar nicht so schlecht an, denn es regnete zumindest bei uns in Eppan nicht. Allerdings hatten wir in all den Jahren gelernt, dass das gar nichts zu bedeuten hat, denn das Wetter kann schon im nächsten Tal ein anderes sein. Der Start sollte um 9.00 Uhr sein; das hört sich großzügig an, doch mussten wir für die Fahrt 2 Stunden einplanen. Ein Stück benutzt man zwar die Autobahn, aber auf den dann folgenden schmalen Straßen muss man viel Geduld aufbringen, wenn z.B. das Ungetüm von einem Langholztransporter vor einem herzockelt. Außerdem muss man vor Ort genug Zeitreserve zum Umkleiden und Rad „richten“ – wie Hans das nennt – haben.
Es kam wie schon befürchtet – je näher Prad rückte desto dunkler wurden die Wolken und schon geraume Zeit vorher konnte Petrus das Wasser nicht mehr halten. Die naheliegendste Reaktion, gleich umzukehren, verkniffen wir uns mühsam und trafen schließlich mit einem Polster von 20 min. in Prad auf einem riesigen Brachlandfeld ein. Es regnete in Strömen und wir waren froh „ein Dach über dem Kopf“ zu haben.
Kurz vor 9.00 Uhr hörte es tatsächlich auf zu regnen. Wir zogen Erkundigungen ein und es hieß zunächst, dass die Rückfahrt auf derselben Straße erfolgen sollte und nicht auf der Schweizer Seite, die teilweise unbefestigten Belag aufweist. Wenig später gab es eine weitere Einschränkung – es sollte nur bis zu etwa 2/3 des Anstiegs gefahren werden, wo vor einem Hotel ein großer Vorplatz als Zieleinlauf dienen konnte. Das hatten wir 2010 schon einmal so erlebt. Wir hatten heute unten so um die 14° und oben sollten es etwa 4° sein.
Unterdessen diskutierten Hans und ich das Für und Wider eines Starts mit wechselnden Ergebnissen. Einige Schritte weiter ging es den Erkelenzern ebenso. Als diese beschlossen nicht zu fahren schlossen wir uns dem an. Bis wiederum weitere Zeit verrann, in deren Verlauf zumindest Gerd und ein weiterer Erkelenzer Clubkollege beschlossen doch zu starten.
Unterdessen hatten wir aus einiger Entfernung beobachten können, dass ein offensichtlich reduziertes Feld von Hartgesottenen mit ¼-stündiger Verzögerung tatsächlich gestartet war. Also machten wir uns ebenfalls startklar. Hans mit Regenjacke und ich mit Ärmlingen für die Runterfahrt bewaffnet wollten wir es auch versuchen; lächerlich ausgerüstet gegenüber den alten Hasen, welche eine komplette Winterausrüstung im Rucksack, zum Transport nach oben, bei der Rennleitung abgegeben hatten.
Es lief besser als erwartet. Die Straße war zwar nass, aber durch die Neigungen bildeten sich keine Pfützen. Das Profil der Strecke ist insofern human, als die Steigung am Anfang nicht nennenswert ist und erst später stärker und gleichförmiger verläuft, unterbrochen ab und zu von steileren Rampen. Hans und ich blieben zusammen und stellten unterwegs fest, dass wir nicht die einzigen Nachzügler waren. In der drittletzten Kehre vor dem Ziel musste ich Hans alleine weiterfahren lassen. Dummerweise hatte sich der linke Fuß aus dem Schuh herausgezwängt und wollte während der Fahrt beim besten Willen nicht wieder zurück. Zu fest angezogene Schließriemen erzeugen Schmerzen im Fußgewölbe.
Also brachte ich das außen in einer Rechtskehre wieder in Ordnung, trank noch einen kräftigen Schluck aus der Pulle und nahm wieder Fahrt auf für den letzten Kilometer auf. Oben angekommen hatte mir Hans doch über 2 min. abgenommen. Unterwegs waren uns bereits die meisten Teilnehmer entgegengekommen, viele vermummt wie Grönlandfahrer. Ohne lange zu fackeln kehrten wir ebenfalls um – nur nicht kalt werden war die Maxime. Unten angekommen zogen wir uns erst einmal trockenen Klamotten an.
k-IMG_0167Auf die Idee einen Fotoapparat mitzunehmen war an diesem Tag wohl niemand gekommen, es sei, er besäße einen wasserdichten. So ist hier nur zur Veranschaulichung ein Teil der Strecke mit einem eigenen Foto aus Vorjahren zu sehen.

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Wieder „trocken gelegt“ erfolgte der nächste Schritt – es galt im Ort Prad ein Sportgeschaft aufzusuchen, wo wir Grüße von daheim ausrichten sollten. Die Mühe war leider vergeblich, weil wir inmitten der dreistündigen Mittagspause dort eintrafen.
Da wir die Verpflegungsstelle auf dem Parkplatz ausgelassen hatten, wollten wir uns ein Trostpflaster gönnen. Hans schlug ein Cafè im auf der Strecke liegenden Örtchen Lasa vor. Das war eine prima Idee, denn Ambiente, Kuchen und Capucchino waren spitze. Bei der Ortsumfahrung bekamen wir einen kleinen Einblick in die Aktivitäten zum unterirdischen Abbau von Marmor .

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Angesichts des verkorksten Tagesbeginns waren wir mit dem Ergebnis doch noch ganz zufrieden. Die Umstände hatten halt nicht mehr zugelassen.

 

 

Ruhetag

Mittwoch, 30.07.2014

 

Klar – das Schönste an einem solchen Tag ist eine gehörige Prise mehr Schlaf. Und dann ein Frühstück vieeel später als sonst und ausgiebiger natürlich auch.
Die Standardpflicht ist anschließend erst einmal für Nachschub an Trikots im Schrank zu sorgen. Warmes Wasser und eine Tube Rei sind als „Handwerkszeug“ ausreichend. Leine und Klammern nicht nötig – hier an der Gebäudeseite stört sich keiner daran. Und wenn die Sonne scheint kann es sein, das alles abends schon trocken ist.
k-IMG_0162Großes zu untermehmen hatten wir keine Lust. Also fuhren wir gegen Mittag hinauf in das Bergdorf St. Michael. Und weil es von uns aus gesehen erst das übernächste Dorf ist, war es Neuland für uns. Es ist urig und gemütlich und entpuppte sich als offenbar wohlhande Gemeinde, die sich unter anderem eine Eissporthalle leisten konnte.
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Das Spazierengehen ist für Radfahrer eigentlich nur ein Vorwand, um recht bald das Hauptsächliche der Unternehmung zu vollziehen. Die Ergebnisse sind stets sehr ähnlich, aber immer excellent.

 

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Na bitte – Wäsche trocken – Blick wieder frei – ergo ein rundum gelungener Ruhetag!

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4. Etappe „Sellarunde“

Donnerstag, 31.07.2014

 

GESTOPPTE STRECKE:

WOLKENSTEIN – SELLAJOCH km 10,5 Höhenunterschied m 709

Der Aufstieg von Wolkenstein bis Sellajoch ist 10,5 km lang und weist einen Höhenunterschied von 709 m auf.

Die anstrengendste Strecke findet man am Anfang bis die Abzweigung Sellajoch – Grödner Joch. Der Rest des Aufstieges führt durch ein breites Tal in Gegenwart des Rosengartens, rechts, und der Sellagruppe, links.

 

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Diese in Anlehnung an die Gepflogenheiten der Profis bei großen Rundfahrten, wie „Tour de France“ und „Giro Italia“, so genannte „Königsetappe“ wollten Uli und ich erst gar nicht in Angriff nehmen. Hans dagegen, schon mit bewunderndswerter Kondition angereist, und immer den Trainingseffekt für den „Ötztraler“ im Hinterkopf, ließ sich heute nicht zurückschrecken. Der Ruhetag hatte sein übriges dazu beigetragen.
Das Zeitfahren fand in diesem Jahr gleich am ersten der 4 zu bewältigenden Pässe, dem Sellajoch, statt. Bis zum Start in Wolkenstein geht es stetig bergan, zunächst gemäßigt und dann steiler – alles in allem 50 km. Ein besonderes „Beißvergnügen“ ist zum Schluss das Grödnerjoch, wenn die Körner im Grunde schon verbraucht sind. Wer sich allerdings an den wunderbaren Abfahrten in den Dolomiten ergötzen kann, kommt hier voll auf seine Kosten. Nur durch die Mittagspause unterbrochen kann man fast 60 km zu Tal rasen. Zur Gesamtlänge der Strecke an diesem Tag dazuzurechnen ist der obligatorische Hin- und Rückweg zum Hotel, so dass Hans heute auf rd. 180 km kam.
Hier wieder ein „geklautes“ eigenes Foto aus einem Vorjahr.

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5. Etappe „Enzianhütte“

Freitag, 01.08.2014

 

 

5. ETAPPE Freitag 01.08.2014

km 149,8 Höhenunterschied m 1793

DAS MARTELLTAL

GESTOPPTE STRECKE:

BAD SALT – ENZIANHÜTTE km 15,3 Höhenunterschied m 901

Der Aufstieg nach Enzianhütte ist 15,3 km lang und weist einen Höhenunterschied von 901 m auf. Es ist ein Aufstieg, der nicht zu unterschätzen ist; man durchfährt die Uferstrasse des Zufritt-Sees auf einer flachen Strecke, aber vor dem Staudamm und besonders vor der Ankunft an der Hütte findet man steile Kehren in kurzer Aufeinanderfolge.

 

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Die Ankündigung dieser Etrappe schon vorab im Prospekt (den jeder Teilnehmer bereits ein halbes Jahr vorher zugeschickt bekommt), löste Ratlosigkeit aus, denn selbst die alten Hasen kannten das Martelltal und das Ziel mit dem klangvollen Namen nicht. Es war erstaunlich, dass den Veranstaltern noch etwas Neues einfiel. Vielleicht lag es daran, dass es oben eine Sackgasse war. Das bedeutet, die Teilnehmer auf demselben Weg wieder zurück fahren zu lassen, was bei den großen Zeitunterschieden verkehrstechnisch nicht ganz unproblematisch ist. Man will die Sperrung der Strecken für den Verkehr nur auf das Notwendigste beschränken.

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Heute waren wir wieder zu dritt unterwegs und fuhren erst zum dritten Mal unseren neuen „Schleichweg“. Durch Zufall hatten Uli und Hans ihn entdeckt, als sie anderen Teilnehmern hinterher fuhren. Ein reiner Radweg, etwas verschachtelt, aber ohne Autos, Ampeln und Abgase – toll! Der einzige Ärger bestand darin, dass wir ihn nicht viel früher entdeckt hatten.

 

 

 

 

 

 

Wir hatten am Vortag beschlossen, heute etwas eher vom Hotel loszufahren, damit man sich bei der Startaufstellung so weit wie möglich vorne einsortieren kann. Das hat den Vorteil, dass man sich möglichst lange im „Sog“ des sich weit auseinanderziehenden Feldes aufhalten kann, denn das Gros der Fahrer fährt schon in einer anderen Liga. Hier haben sich Hans und Uli, kaum erkennbar, bis in die dritte Reihe vorgehangelt.

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Was tut ein Profifotograf nicht alles für ein tolles Foto – eine reife Leistung!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Veranstalter schon schreiben, dass die Strecke nicht zu unterschätzen ist, dann ist da was dran. Es ging immer bergan, erst gemäßigt, nach der Trinkpause steiler werdend und die letzten Kilometer bis zum Start einfach ununterbrochen nur sausteil. Da half auch kein Vorsatz, hier noch ein paar Körner zu sparen; die Kurbel muss halt immer wieder herum und man kommt hier schon in Wattbereiche, die man eigentlich gar nicht länger treten kann oder will.
Ein wenig verschnaufen, bevor man die Kontaktmatte überfährt, ist üblich. Aber man fühlt, dass man bis hierhin schon etliche Körner investiert hat. Und wieder das Foto mit der üblichen Verharmlosung des Streckenprofils.

 

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Es wechselten sich gemäßigte Teile mit Steilstücken ab und am Zufritt-See entlang war es sogar richtig eben. Aber dann soll es die letzten 3 km richtige Hammeranstiege gegeben haben, die Hans und Uli dauerbeißend bravourös meisterten. Mir blieben mal wieder nur Krämpfe in beiden Beinen, die nach massiertem Wasserkonsum eine ganze Weile brauchten, um wieder einigermaßen zu verschwinden. Einfach vor dem Start zu wenig getrunken.
Dieser See ist landschaftlich ein atemberaubendes Kleinod.

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6. Etappe und Abschied

Samstag, 02.08.2014

 

DIE WEINSTRASSE

GESTOPPTE STRECKE:

ABZWEIGUNG EPPAN/MENDELPASS – SCHÖNBLICK km 4,6 Höhenunterschied m300

Von der Abzweigung Eppan/Mendelpass bis Schönblick ist die Steigung 4,6 km lang und weist einen Höhenunterschied von 300 m auf.
Die Neigungen sind nicht sehr anspruchsvoll (6-6,5%), aber sie sind nicht zu unterschätzen, weil sonst man in dem letzten Kilometer Probleme haben kann.

 

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Uli und Hans traten tapfer zu dieser letzten Prüfung an. Die Etappe gilt als die leichteste, sie ist aber dennoch nicht leicht, zumal, wenn man sich in den Voretappen zu sehr verausgabt hat.
Kaum waren die beiden aus dem Haus fing es an zu schütten. Klatschnass kamen sie an der Messe in Bozen an. Alle Teilnehmer hatten sich in die große Halle geflüchtet. Der Start wurde um eine halbe Stunde verlegt. Bis dahin war man so weit abgetrocknet, dass keine Erkältungsgefahr mehr bestand.
Bis zur Pause am Scheitelpunkt des Rundkurses wird traditionell einigermaßen moderat gefahren, aber auf der Rückreise geht es den meisten wie den Pferden, die den Stallgeruch aufnehmen und auf schnellstem Wege wieder nach Hause wollen. Entsprechend ist dann das Tempo. Hans und Uli waren am Schluss froh, dass alles vorbei war und sie wohlbehalten wieder zurückgekehrt waren.
Nach dem Duschen fuhren wir mit dem PKW noch einmal zur Messe, um an der Siegerehrung teilzunehmen. Uli und Hans ergatterten noch etwas Essbares und ließen es sich gut schmecken. Bei der Ehrung der Mannschaften stellte sich zu unserer Überraschung heraus, dass wir noch vom 19. Platz der Vortage auf den 15. Platz vorgerutscht waren. Bei dieser Wertung werden die gefahrenen km jedes Mannschaftsmitgliedes zu einer Gesamtsumme addiert. Klar, dass so kleine Mannschaften wie wir da nicht weit vorne landen können. Mirko von den Erkelenzern nahm den Pokal entgegen.
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Zum Abendessen hatten wir uns mit den Erkelenzern in unserem Hotel verabredet. Eine kleine Schwierigkeit bereitete Gerds überaus lieber Vierbeiner, der nach dem Vorschriften-Bild unserer Servierkraft nicht in den Speiseraum mitgenommen werden durfte. Aber der Chef machte eine Ausnahme. Und Hans zeigte erfolgreich seine Qualitäten als Opa.
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Es wurde viel geflachst und von den einzelnen Heldentaten beim Giro berichtet. Es war ein harmonischer Abend, der einen gelungenen Abschluss dieser Veranstaltung bildete.

 

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Der Dank von uns PSClern galt den Sportfreunden aus Erkelenz für die nette Aufnahme in ihren Reihen und das Verständnis dafür, dass es bei uns nicht lückenlos für alle Etappen reichte. Hans war davon ausgenommen – Chapeau, er schaffte alle 6 Etappen.

 

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1 Kommentar

  1. Hallo Hans, Uli und Reiner,

    der Bericht ist wieder toll. Ihr habt viel erlebt und anstrengend genug war es für jeden. Das Hans alle Etappen geschafft hat, ist stark. Von Uli und Dir eine starke Leistung, da „mitzumischen“. Die „Traute“ muss man > erst mal haben.

    LG, Andrea

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